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Stadt mit Stil

MICE-Standortcheck Mailand

Mailand ist nicht nur das industrielle Zentrum Ita­liens: Die Metropole ist das Epizentrum der Mode­branche. Wenn also exklusive und stilvolle Events gefragt sind, ist Milano ein Muss. Neben den legendären Fashion Weeks bildet in diesem Jahr die Expo 2015 eine perfekte Kulisse für die etwas andere Veranstaltung.

Nachhaltigkeit trifft Moderne:
Neue Skyline zur Expo 2015 
mit dem »Bosco Verticale«
Nachhaltigkeit trifft Moderne:
 Neue Skyline zur Expo 2015 
mit dem »Bosco Verticale«
Cornelia Marchis

Mindestens viermal im Jahr schaut alle Welt auf Mailand. Denn während der legendären Fashion Weeks, den Mailänder Modewochen, stellen Topdesigner von Prada über Gucci bis Versace ihre neuen Damenkollektionen für die kommende Saison vor – und setzen damit die Trends der weltweiten Modeindustrie. Hinzu kommen die  Fashion Weeks der Männermode und, nicht zu vergessen, die internationale Möbelmesse, eine weitere Trendshow von Weltrang. Bereits in den 1960er-Jahren hatte Mailand Florenz und Prato als Modehauptstädte abgelöst. Die nationale Handelskammer für Mode wurde hier gegründet, Ikonen wie Giorgio Armani, Dolce & Gabbana sowie viele andere haben hier ihr Zuhause gefunden. Die Prêt-à-porter-Mode, die der Masse die exklusiven Designs zugänglich macht, ist in Mailand groß geworden. Kein Wunder, dass die Menschen hier als die bestangezogendsten in ganz Italien gelten.

Großer Bahnhof für Empfänge

Der besondere Sinn für guten Stil ist aber nicht nur in der Mode spürbar. Boutique- und Designhotels prägen das Übernachtungsangebot der Stadt. Armani, Bulgari und Moschino haben sich in Nobelhotels verewigt: mit dem im Armani-Farbton »Greige« gehaltenen Armani Hotel Milano und dem fantasievollen Maison Moschino in einem ehemaligen klassizistischen Bahnhof. Dem Nhow-Hotel, einer früheren Fabrik, hat Mailands Stardesigner Matteo Thun ein bunt-futuristisches Interieur verpasst. Und dem Straf, einem Palazzo aus dem 19. Jahrhundert und Mitglied der Kooperation Design Hotels, hat der Mailänder Designer Vincenzo de Cotiis mit einer anmutig-puristischen Einrichtung seinen Stempel aufgedrückt.
Für Karl Heyne, Geschäftsführer des Gießener Firmen- und Gruppenreiseveranstalters SRG, ist Mailand daher »wie gemacht für Firmenevents«. Denn neben Mode und Design locken auch reichlich Musik, Kultur und Kunst. Die Scala, eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt, bietet während der Expo, dem Mega-Event dieses Jahres, jeden Abend eine Aufführung. Das Universalgenie Leonardo da Vinci hat vielerorts seine Spuren hinterlassen. Etwa mit dem übergroßen Abendmahl-Gemälde, das im Zweiten Weltkrieg wie durch ein Wunder heil geblieben ist. Und auch die Modezaren tun das Ihrige, die Kunstszene zu bereichern. Die Prada-Stiftung etwa hat gerade vom Stararchitekten Rem Koolhaas eine ehemalige Brennerei zum 18.000 Quadratmeter großen Kulturmuseum umbauen lassen.

Beliebt und belebt: Bars und Restaurants im Stadtteil Brera
Beliebt und belebt: Bars und Restaurants im Stadtteil Brera
Cornelia Marchis

Ein Sägewerk tischt auf

Natürlich zeigt sich der gute Geschmack auch in Mailands Küche. Carlo Cracco etwa, kulinarische Autorität und Schüler Alain Ducasses, hat im vergangenen Jahr mit der Bar Carlo e Camilla in Segheria eine zweite Lokalität in einem ehemaligen Sägewerk eröffnet, einer tollen, minimalistischen Veranstaltungslocation. Wie so viele weitere stilvoll umgebaute Werkshallen in der 1,3-Millionen-Stadt, die ja nicht nur Modemetropole, sondern nach wie vor auch Italiens Industriezentrum ist.
Cracco ist übrigens, ebenso wie Armani, offizieller Botschafter der Expo 2015. Auch hier geht es um Kulinarisches, oder besser gesagt um mehr, nämlich die Ernährung der Welt. In 54 Pavillons präsentieren gut 140 Nationen und Organisationen ihre Ideen für die künftige Versorgung der Menschheit mit Nahrung und Energie. Deutschland etwa lässt sich aus übergroßen Bienenaugen erkunden, die Schweiz hat riesige Türme mit Lebensmitteln gefüllt, Österreich zwölf alpine Wälder angelegt. Und für das Gastgeberland Italien leuchtet als Wahrzeichen der Weltausstellung der 37 Meter hohe »Albero della Vita«, der Baum des Lebens.

Neue Messe, historisches Centro

Stilprägend: Modeboutiquen in der Via Montenapoleone
Stilprägend: Modeboutiquen in der Via Montenapoleone
Cornelia Marchis

Schauplatz der Expo ist das neue Mailänder Messegelände, die Fiera Rho im Nordwesten der City. Dazu wurde nicht nur die Messe, sondern auch der industriell geprägte Stadtteil kräftig aufgehübscht. Vom Messebahnhof, an dem auch Fernzüge halten, sind es übrigens exakt 31-Metro-Minuten bis zum Piazza Duomo, dem Vorplatz des imposanten Mailänder Doms im Zen­trum der Stadt. Über insgesamt vier Metrolinien ist man in Mailand recht zügig unterwegs. Wer es gemütlicher mag und mehr sehen will, findet ein weitläufiges Straßenbahnnetz. Teilweise sind hier noch historische Waggons aus den 1930er-Jahren im Einsatz.
Wo genau das Herz Mailands schlägt, darüber gehen die Meinungen indes auseinander. Sind es der Dom und die angrenzenden Glaskuppeln der Galleria Vittorio Emanuele II, die vor 150 Jahren eigens als Einkaufsmeile für die regenscheue Mailänder Oberschicht erbaut wurde? Oder ist es vielleicht doch das verwinkelte Brera-Viertel voller historischer Palazzi,  in dem einst Künstler und Schriftsteller zu Hause waren und das heute eine große Fußgängerzone voller Bars und Restaurants ist? Oder aber das romantische Navigli-Viertel mit den letzten erhaltenen Navigli, den künstlichen Wasserstraßen, über welche die Stadt einst versorgt wurde? Für Kreative und Modefans ist es natürlich das »Modeviertel« rund um die Via Montenapoleone.
Einen architektonischen Kontrapunkt dazu setzt Porta Nuova, das neue Wohn- und Geschäftsviertel nahe dem Bahnhof Garibaldi. Hier wächst die Stadt erstmals in die Höhe, etwa mit dem 231 Meter hohen Unicredit-Turm, dem derzeit höchsten Gebäude Italiens. Oder den preisgekrönten »Bosco Verticale«, zwei mit 800 Bäumen bepflanzten Zwillingstürmen. Dazwischen laden Fußgängerzonen zum Flanieren ein, von einer »neuen Mitte« ist bereits die Rede. Etwas weiter östlich, auf dem ehemaligen Messegelände, entsteht mit City Life ein weiteres neues Gesicht der Stadt: Star­architekten wie Zaha Hadid und Daniel Libeskind gestalten hier futuristische Wohn- und Bürotürme.